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Hana Ka Lima

Aloha leben - Respekt zeigen für das was ist.

Das Verhalten spiegelt die Persönlichkeit wieder.

HANA KA LIMA ist hawai´ianisch und bedeutet übersetzt „Tu es mit Deinen Händen“. Die Missionierung und der Erstkontakt mit der westlichen Welt hat die Sprache der Hawai´ianer in eine Schriftform gebracht. Zuvor wurde das gesprochene Wort seit Generationen mündlich überliefert. Zum Beispiel in Form von Gesängen und Tänzen, die den Inhalt lebendig machten. So wurden und werden Erfahrungen in den Sagen umwobenen Landschaften und die besondere Bedeutung der Könige für die Gemeinschaft beschrieben.

Insofern liegt es nahe, daß oftmals hinter den gesprochenen Wörtern auch eine weitreichendere Bedeutung liegt.

In Gesprächen mit meinen Klienten ist mir die Frage nach der eigentlichen Bedeutung des Wortes HANA KA LIMA in den letzten Monaten öfter gestellt worden. Dies hat mich bewogen darüber eine kleine Hintergrundgeschichte zu schrieben.

Das Lernsystem der Hawai´ianer beinhaltet einen großen Respekt vor dem, was wiedergegeben wird. Egal auf welchen Bereich es sich auch bezieht, folgt es oftmals einer für mich logischen Abfolge. Zunächst entsteht eine Beziehung zwischen Lehrer und Schüler. Was so viel bedeutet, dass beide ihr uneingeschränktes "Ja" für diese Verbindung geben. Der Schüler darf in aller Ruhe beobachten (Nana). Hierzu benutzt er all seine Sinne. Hören und Fühlen von dem, was unterrichtet wird. Es wird notwendig nicht zu sprechen, sondern sich ganz und gar auf die Wahrnehmung zu konzentrieren (Pa´akawa´a). Zu einem Zeitpunkt, der sich für beide stimmig anfühlt, bekommt der Schüler die Aufgabe das Gelernte in die Tat umzusetzen. Die Beobachtungen werden mit den Händen durchgeführt bzw. wiederholend nachgeahmt. Hierin steckt der Impuls den Fokus auf das" Tun" zu richten. Nicht abzuwarten, sondern mit Entschiedenheit, genau im richtigen Moment das umzusetzen, was gelehrt wurde.

Als ich vor vielen Jahren das Wort HANA KA LIMA erstmals hörte war ich sehr fasziniert vom Klang der Worte. Die Beschäftigung mit dem Sinnzusammenhang schaffte eine Parallele zu dem, wie ich die Welt wahrnahm, in der ich liebte, lebte und arbeitete.

 

Es gab Phasen in meiner Biographie, in denen mich Wissen beflügelte. Doch egal, was mich auch in den Bann zog, mir war es immer wichtig meine Hände zu gebrauchen. Dann konnte ich die Dinge erst verstehen, spüren und wirklich verinnerlichen. Es wurde das wiederholt was ein wahres Bedürfnis war. Und dies immer und immer wieder. Bis sich ein neuer Impuls ergab, der umgesetzt und geübt werden wollte.

 

Genußvoll lernte ich in meinem kunsttherapeutischen Studium die zahlreichen Materialien mit den Händen kennen. Die Arbeit am Körper konnte ebenfalls nicht ohne meine Hände passieren. Nicht umsonst ist es unmöglich Massage aus einem Buch zu erlernen. Wir benötigen für die Sicherheit mit den kunstvollen Bewegungen der hawai´ianischen Massage ein kontinuierliches Üben und Verfeinern unserer Bewegungen. Die professionellen Trainings in hawai´ianischer Körperarbeit sind so aufgebaut, daß sehr viel praktisch gearbeitet wird. Damit werden wir unserer Verantwortung gerecht Massage nicht nur zu lehren. Sondern wir geben auch mit unserer ganzen Persönlichkeit Motivation und Anregung die Lebensweisheiten zu verinnerlichen und in der Gemeinschaft zu leben und weiterzutragen.


Das Leitbild HANA KA LIMA prägt die Dinge, die mein Leben und meine Arbeit in der Praxis bestimmen. In unserer schnelllebigen Zeit sind wir auf der Suche nach wirklichen Taten, nach dem Handfesten, nach dem „Wahrhaftigen“. Wir können einem geliebten Menschen hundert Mal unsere Liebe beschwören. Aber, das was unser Herz wirklich öffnet, ist der liebevoll angerichtete Morgenkaffee oder die Umarmung, die jedes Wort entbehrt. Lassen Sie uns doch ehrlich sein!

Und finden Sie nicht auch, dass dies eine wunderbare Kurzform für das ist, was getan werden muß: „Die Liebe darf gelebt und weitergetragen werden.“